Alles liegt im Auge des Betrachters

So wie ich mich gern  >self-made-Designer< oder  >self-made<Philosoph nenne, wie diejenigen, welche hier die entsprechenden Navi-Punkte  durchgesehen haben, bereits wissen, könnte ich mich auch als >self-made-Autor< bezeichnen, obwohl dies nun sicher auf viele Autoren und Schriftsteller zutrifft. 

Ich habe zwischen 1996 und 2005 drei Bücher veröffentlicht, die ich an dieser Stelle jedoch, außer mal am Rande, nicht weiter für erwähnenswert halte. Das Schreiben macht mir nach wie vor Freude und der Drang, es zu tun, ereilt mich phasenweise immer wieder mal. Doch wenn es mich wieder erwischt, dann tue ich es aus reinem Spaß an der Freud, nicht zuletzt, weil ich auch der Überzeugung bin, dass die Schaffensfreude an dem, was immer wir tun, das Eigentliche und Wesentliche und der Schlüssel ist, welcher das Tor zur inneren Zufriedenheit öffnet.

Von Zeit zu Zeit ereilt mich wie gesagt, dieser  gewisse Schreibdrang,  dem dann vornehmlich der mir inne wohnende Philosoph oder der Psychologe in mir erliegt. Beide liegen ständig auf der Lauer nach irgendwelchen Geschehnissen in der großen, weiten Welt, deren Ursprung und/oder mögliche Ursachen es zu analysieren gilt.

Nun ja, ich schreibe mir dann etwas, was mich bewegt, von der Seele und gut is.  Einiges davon findet sich hier unter "Der Philosoph".

In seltenen Fällen entschlüpfen mir aber auch mal kleine Geschichten oder Gedichte

Zu der folgenden Geschichte wurde ich während meiner aktiven Zeit im Forum >philosophie-raum.de< inspiriert, nachdem ich eine Weile beobachtet hatte, wie sehr manche User bemüht waren, anderen ihre Sichtweise und Überzeugungen als die einzig Richtigen überzustülpen.                                                                                        Übrigens eine Untugend, welche den meisten Menschen zu eigen ist, ohne dass sie sich dessen bewusst sind, weil sie von einem selbst eben nie als Untugend empfunden wird. Sie entspringt einfach aus einem natürlichen inneren Drang, die eigene Begeisterung, für was auch immer, mit anderen zu teilen oder der Überzeugung, das was man selbst als gut und richtig oder auch als Ärgernis empfindet, müsse für den Rest der Welt ebenso gut und richtig oder ärgerlich sein.


Suche nicht – lasse dich finden
 MC.Emze 12/06

Wer lieber zuhören mag anstatt selbst zu lesen, kann sich  die Geschichte auf meinem youtube Kanal anschauen, wo ich sie auf meiner Lesebühne präsentiere.


Suche nicht -  lasse dich finden
Wie jeden Tag in den frühen Morgenstunden bevor der Tag erwacht ging das Mädchen in den Wald hinter dem großen See an dem das Dorf lag, um Reisig und kleines Gehölz zu sammeln, dass sie bündelte um es später auf dem Markt im Dorfe feilzubieten.

Als sie mit ihrem kleinen voll beladenen Karren, den sie hinter sich herzog wieder zum See kam, sah sie schon von ferne etwas Glitzerndes auf dem Boden liegen. Und als sie näher kam sah sie das es einige Steine waren die mit den ersten Strahlen der aufgehenden Morgensonne spielten.

Sie hob sie auf und betrachtete sie, und wunderte sich, dass ihr diese Steine, die sicher schon lange dort gelegen hatten, zuvor nie aufgefallen waren, denn es waren ganz besondere Steine. Sie waren wunderschön, hatten eine vielfarbige ganz besondere Maserung. Sie drehte und wendete sie im Licht und es schien ihr, als hielte sie den Sternhimmel in den Händen und ein Gefühl unbändiger Freude über diesen Fund durchströmte sie.
Sie kam ins Dorf zurück und rief dem ersten Nachbarn dem sie begegnete freudig zu: „sieh nur was ich gefunden habe, sind die nicht wunderschön?!“ „Hm“, meinte der Nachbar, was soll daran schön sein?“. Das Mädchen sah ihn verwundert an, „aber sieh doch genau hin, siehst du es den nicht, diese Farben, dieses Funkeln?!“
„Hm“ machte der Nachbar nur wieder, „ich sehe nur ganz gewöhnliche Steine?!“
Das Mädchen schaute dem Mann verwundert nach und sprach den nächsten Nachbarn an, doch die Reaktion war die gleiche. Und jeder dem sie ihren Fund zeige gab ihr die gleiche Antwort

Und als sie schließlich nach Hause kam fragte die Mutter, was hast du denn da, und das Mädchen sagte, „ach, es sind nur ein paar gewöhnliche Steine“.

Und während sie das Reisig bündelte schaute sie immer wieder diese „gewöhnlichen“ Steine an und war verwirrt. Diese Farben, dieses Glitzern, zum Kuckuck noch mal es war da, sie war doch nicht verrückt.

Sie nahm die Steine mit zum Markt und legte sie neben ihre Reisigbündel.
Und jeden der bei ihr vorbeikam versuchte sie die Besonderheit dieser Steine nahe zu bringen, denn sie konnte es nicht begreifen, nein sie wollte es nicht begreifen, dass sie die einzige sein sollte, welche die Schönheit dieser Steine erkannte.
Und immer wieder rief sie, „seht ihr es denn nicht, es ist doch so klar, dieses dunkle Rot, dieses warme Braun durchzogen von funkelndem Grau, umschlossen von feinen, filigranen, schwarzen Linien, das ist doch wunderschön, das müsst ihr doch auch erkennen, warum seht ihr es denn nicht.
Und je mehr sie sich bemühte, die Menschen von der Schönheit ihrer Steine zu überzeugen, desto ablehnender wurden sie. Und schließlich machten alle kopfschüttelnd einen Bogen um ihren kleinen Reisigstand und beachteten nicht einmal mehr ihre mühsam gesammelten und verschnürten Reisigbündel.

Manche sahen mitleidig auf sie herab und andere belächelten oder verspotteten sie und wieder andere warfen ihr sogar Betrug vor, weil sie den Menschen vortäuschen wolle, diese gewöhnlichen Steine seien etwas Besonderes.

Da Mädchen wusste nicht wie ihm geschah, denn es war sich keiner Schuld bewusst. Es wollte doch nichts weiter, als nur ein bisschen ihre Freude mit anderen Menschen
teilen.
Sie spürte Tränen der Wut in sich hochsteigen und den Drang noch einmal aufzubrüllen, >aber seht sie euch doch mal genau an, meine Steine, ihr könnt doch nicht alle so blind sein, dass ihr nicht sehen könnt, was ich sehe<. Aber sie schwieg, und sammelte traurig ihre Reisigbündel zusammen. Und dann betrachtete sie noch einmal ihre Steine. Waren es wirklich nur ganz gewöhnliche Steine? Sie versuchte das Gewöhnliche darin zu erkennen.
Nun ja, vielleicht, wenn alle es sagen.
Die Sonne neigte sich dem Horizont entgegen und da war es wieder, dieses Funkeln, dieses Glitzern diese Farben diese Schönheit und so sehr sie sich auch bemühte, sie konnte nichts Gewöhnliches in diesen Steinen erkennen. In jedem Einzelnen sah sie etwas Besonderes, etwas Einzigartiges.
Sie legte ihre Steine auf die Reisigbündel und machte sich still und gedankenverloren auf den Heimweg. Und plötzlich hörte sie jemanden sagen, „oh, die sind aber schön“. Verwirrt blickte sie auf und sah eine alte Frau neben ihrem Karren hergehen. Das Mädchen sah sie fragend an und sagte leise „aber es sind doch nur gewöhnliche Steine“.
„Aber nein“, sagte die alte Frau, „siehst du denn nicht dieses Funkeln, dieses Glitzern, diese Farben?!“
Und das Mädchen antwortete zaghaft: „Ja aber....ich dachte.....“
Die alte Frau lächelte weise und sagte:

Jeder lebt in seiner eigenen kleinen Welt, welche ihre eigenen ganz besonderen Schönheiten hat, die sonst niemand erkennen kann. Aber jede keine Welt hat auch ihre Mitbewohner und so auch die deine und nur die können sehen, was du siehst und begreifen was du begreifst.

Das Mädchen wurde nachdenklich, „aber wie soll ich denn mit denen umgehen, die mich nicht begreifen. Es ist oft schmerzlich und macht mich wütend oder traurig.

Und die alte Frau antwortete, „könntest du es z.B. einem kleinen Kind übel nehmen, dass es mit seinen Kinderaugen nicht sehen kann, was du siehst? Und würde dich das so wütend oder traurig machen, dass du ihm deshalb deine Aufmerksamkeit und Zuwendung verwehren würdest.?“
„Natürlich nicht!“

„Siehst du“, die alte Frau nahm einen der glitzernden Steine in die Hand, „und hier ist es ganz ähnlich. Erfreue dich ganz offen an dem Glanz und der Schönheit deiner Steine und teile dein Glücksgefühl mit den Mitbewohnern deiner kleinen Welt.
Und die brauchst du nicht zu suchen, sie werden dich finden, so wie ich dich gefunden habe.“

„Ich denke, ich verstehe“, sagte das Mädchen und setzte mit einem verklärten Lächeln seinen Heimweg fort.

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Als nächstes folgt ein kleine Gedicht, welches auch das subjektive Empfinden zum Thema hat:

2)                                                                                                                   Du kannst es nicht                                                                                  M.C. Emze 04/07

Wind, liebkosend und streichelnd,                                                                                    Regen weich und leise                                                                                                                   Das Meer weit und glatt,                                                                                                      Gräser sanft im Wind sich wiegend
Himmel in zartem Grau

Sturm zerrend und brausend,                                                                                           Tropfen prasselnd und springend     
Das Meer wild und tosend                                                                                                   Blätter rauschend an Bäumen sich biegend ,                                                                   Wolken rasen dahin

Dämmerung, feurig, violett bis türkis,                                                                                   
der Morgen frisch und klar,                                                                                                  sanften Duft verströmend,                                                                                                                alles schönend und umschmeichelnd,                                                                             
alles Dunkel vertreibend. 

Kraftspürend, schauend ins Licht,                                                                        bedeutungslose umgebende Hast.                                                                                     
Das Gestern vergessen,                                                                                                        
das Morgen noch weit,                                                                                                                    in der Ruhe sich verlierend.

Fühlst du wie ich fühle,                                                                                                                    siehst du wie ich sehe?                                                                                                         Nein, du kannst es nicht.                                                                                                       Nicht auf dieselbe Weise.                                                                    

Und dennoch, wenn du schaust wie ich schaue                                                          
kannst du mir nah sein wie kein anderer.

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Wer meinen Gedankengängen, die ich zeitweise gern mal niederschreibe, weiter folgen und schauen möchte, was mir sonst noch so im Kopf herumschwirrt, der gehe diesen Weg